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Grundsätzliches zum Schalt-Getriebe vom VW-Bus T3
Hier möchte ich mal etwas zum Getriebe vom T3 von mir geben, wobei ich mich
auf die Getriebe für wassergekühlte Motoren beschränken möchte. Die
Ausführungen sind nicht für Maschinenbauer gemacht und stammen auch nicht
von einem solchen. Eventuelle Nachlässigkeiten in der Ausdrucksweise möge
man mir also verzeihen. Falls hier jedoch falsche Sachverhalte auftauchen,
bitte ich dringend um Korrektur !
Bauart:
4- oder 5-Gang 2-Wellen-Wechselgetriebe mit integriertem Achsantrieb.
Typen:
Ich würde die T3-Getriebe in drei Gruppen teilen (unabhängig vom Motor):
- 4-Gang-Getriebe
- 5-Gang-Getriebe
- syncro-Getriebe
Aufbau:
Durch den integrierten Achsantrieb hat das Getriebe im Prinzip drei
verschiedene Abschnitte:
1. Kupplungsgehäuse, manchmal auch Kupplungsglocke genannt
Dieser Teil des Getriebes ist bei 4-, 5-Gang und syncro-Getriebes (fast)
identisch und frei austauschbar. Beim syncro sind Kleinigkeiten anders,
trotzdem passen alle Glocken wechselweise auf alle Getriebe.
Dieser dem Motor zugewandte Teil enthält die Motorschwungscheibe mit
Kupplungsdruckplatte und Reibscheibe, sowie den Ausrückmechanismus. Außerdem
sitzt außen an der Kupplungsglocke noch der Anlasser, welcher mittels
Magnetschalter auf den großen Zahnkranz der Motorschwungscheibe einspurt.
Das Kupplungsgehäuse ist logischerweise zum Motor hin "offen" und läuft
nicht im Ölbad. Wenn man so ein ausgebautes Getriebe vor sich legt, sieht
man auch nur die lange Getriebeeingangswelle, die im eingebauten Zustand bis
in die (hohle) Kurbelwelle vom Motor ragt, und den
Kupplungsausrückmechanismus mit Ausrücklager (oder auch ohne Lager).
Die Kupplungsglocke ist mit 10 Schrauben an dem übrigen
Getriebegehäusefestgeschraubt. Da dahinter der ölgefüllte Teil beginnt,
sollte man diese nur nach Ablassen des Getriebeöls abnehmen. Falls nur die
Glocke getauscht werden soll, kann man das Getriebe auch einfach senkrecht
stellen und die Glocke tauschen, dann kann das Öl drinbleiben. Beim
Aufstellen des Getriebes aber unbedingt darauf achten, dass die Entlüftungen
alle verschlossen sind !
Es gibt drei verschiedene Kupplungsglocken für das T3-Getriebe:
- für VW-Wasserboxer (und Luftboxer)
- für VW Reihen-4-Zylinder Diesel, auch passend für VW/Audi
Reihen-4-Zylinder Benziner
- für VW/Audi-5-Zylinder-Benziner, auch passend für VW/Audi
Reihen-5-Zylinder Diesel
Die letztere Glocke wird von VW ausschließlich in Südafrika verkauft !
Zum Betrieb anderer Motoren (Ford, BMW, usw.) sind Adapterplatten
erforderlich.
2. Achsantrieb
Hinter der Kupplungsglocke befindet sich das Gehäuse des Achsantriebes mit
dem Differential. Es handelt sich hierbei um einen Winkeltrieb, wobei das
kleine Ritzel (es gibt Ritzel mit 6 und 7 Zähnen, die jedoch auch bei
gleicher Zähnezahl keineswegs austauschbar sind) fest an der
Getriebeausgangswelle sitzt. Das Differential selber sitzt sozusagen quer im
Getriebegehäuse und beinhaltet das große Ritzel und den eigentlichen
Differentialkorb mit Ausgleichsgetriebe (teilweise mit zwei, teilweise mit
vier Kegelrädern). Beim syncro gibt es spezielle Differentiale mit
100%-Sperrklauen. Beim 2WD sind manchmal sogenannte selbstsperrende
Differentiale (max. 30% Sperrwirkung über Reibung) eingebaut worden. An
diesem Gehäuseteil befinden sich dann logischerweise auch die Flansche, wo
die Antriebswellen festgeschraubt werden. Die Getriebeeingangswelle ist in
diesem Gehäuse geteilt, sodass man diese hier lösen und den vorderen Teil,
welcher bis zur Motorkurbelwelle reicht, austauschen könnte. Die vorderen
Teile der Eingangswelle unterscheiden sich bei Diesel- und
Benziner-Getrieben hinsichtlich der Länge des vorderen Zapfens, welcher im
Pilotlager läuft. (= Nadellager in der Kurbelwelle/Schwungrad)
Es gibt sehr viele serienmäßige Übersetzungen, die von VW immer dem
jeweiligen Motor und dem Einsatzzweck angepasst wurden. Saugdiesel (im 2WD)
haben die kürzeste, jemals gebaute Übersetzung, einige WBX (z.B. der 60 PS
WBX !!! und der 112 PS WBX) die längste.
Die längste von VW lieferbare Achsübersetzung ist 32:7 (= 4,571).
Achsübersetzungen sind innerhalb der 4-Gang-, 5-Gang- und syncro-Getriebe
frei tauschbar, allerdings nicht zwischen den Gruppen ! Ein Achsantrieb vom
syncro passt nicht in ein 5-Gang-Getriebe usw. Verschiedene
Achsübersetzungen vom 5-Gang-Getrieben sind aber frei austauschbar. Dieses
hängt damit zusammen, dass das kleine Ritzel des Achsantriebes ja fest mit
der Ausgangswelle verbunden ist und die Wellen sind bei den 3 Gruppen
unterschiedlich.
Es ist sogar theoretisch denkbar, den Achsantrieb-Gehäuseteil des
syncro-Getriebes bei einem 2WD-Getriebe zu verwenden und dort den
Differentialkorb mit 100%-Sperre einzubauen. Es ist mir sogar jemand
bekannt, der diesen Umbau schon mal gemacht hat und auch selber damit fährt.
Der Austausch eines Achsantriebes bedingt leider die vollständige Zerlegung
des Getriebes.
3. Wechselgetriebe
Nach dem Achsantrieb beginnt das eigentliche Wechselgetriebe, welches bei
allen T3-Getrieben vollsyncronisiert ist. Die prinzipielle Bauart ist bei
allen Getrieben gleich. Auf den Wellen befinden sich sogenannte
Festzahnräder und Loszahnräder. Alle Zahnräder sind ständig im Eingriff.
Beim Schaltvorgang wird lediglich eine Verbindung des jeweiligen
Loszahnrades mit der Welle hergestellt. Die Fest-Zahnräder vom 1. und 2.
Gang sind eigentlich gar keine Zahnräder, sondern sie bilden mit der
Getriebeeingangswelle eine Einheit (zumindest beim syncro und 4-Gang). Durch
einige Besonderheiten der einzelnen Baugruppen, sind die Gänge 1 und 2 bzw.
beim 5-Gang-Getriebe die Gänge 1 bis 3 nur innerhalb der Baureihe tauschbar.
Sowohl das 5-Gang- als auch das syncro-Getriebe sind aus dem 4-Gang-Getriebe
abgeleitet ! Dadurch entsprechen die Gänge 4 und 5 vom 5-Gang-Getriebe
konstruktiv dem 3. und 4. Gang vom syncro- und 4-Gang-Getriebe. Durch diesen
Umstand sind die Zahnradpaarungen der Gänge 3 und 4 (bzw. 4 und 5) frei
zwischen allen drei Getriebebaureihen austauschbar !
Für den letzten Gang (also 4. oder 5., je nach Baureihe) hat VW vier
Übersetzungen hergestellt:
41:48 (=0,854) wurde in 4-Gang- und syncro-Getrieben für WBX eingebaut
40:49 (=0,816) wurde ausschließlich in 5-Gang-Getrieben verbaut
39:50 (=0,780) wurde in 4-Gang- und syncro-Getrieben für Diesel eingebaut,
sehr selten (zumindest als Serienteil) auch mal in 5-Gang-Getrieben zu
finden ? (0,76) diese Übersetzung gab es bei 4-Gang-Dieselgetrieben und bei
einem 5-Gang-Getriebe für 78 PS WBX (DW), sie ist aber nicht mehr lieferbar
!
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